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Über Schüler- und Schulgenossenschaften

Schülerfirmen erfreuen sich in der Schulpädagogik einer wachsenden Beliebtheit. Sie helfen Schülerfirmen nachweislich, den Übergang von der Schule in den Beruf (oder die Ausbildung) vorzubereiten und Nachhaltigkeitsbildung zu verankern. Sie statten SchülerInnen mit „unternehmerischen Eigenschaften“ aus, wie sie im Zuge sich flexibilisierender Märkte sowohl in der abhängigen Beschäftigung als auch für die Selbstständigkeit notwendig sind. Auch schulische Strukturveränderungen, wie die „Öffnung von Schule“ und die wachsende Notwendigkeit für Schule sich zu profilieren, haben zur Verbreitung beigetragen. Dennoch sind Schülerfirmen noch immer nicht ganz unumstritten. Die Kontroverse betrifft zumeist die Frage, wie viel „Earning“ und wie viel „Learning“ pädagogisch akzeptabel sei.

Eine besondere Form der Schülerfirma stellt die Schülergenossenschaft dar. In einem Pilotprojekt haben in Niedersachsen von 2006 bis 2008 elf Schülerfirmen an Schulen jeden Typs – von der Förderschule bis zur Berufsschule – genossenschaftlich gearbeitet. Sie wurden über das Programm Transfer 21/Nasch der Bund-Länder-Kommission (BLK) vom Kultusministerium des Landes Niedersachsen und dem Genossenschaftsverband Norddeutschland (GVN) kostenfrei mit Materialien, Beratung, Fortbildungsangeboten und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Im Rahmen des seit 2004 an der Fachhochschule Frankfurt am Main existierenden Transferprojektes geno@school (www.genoatschool.de), begleitete Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg dieses in Deutschland einzigartige Pilotprojekt mit Material und Lehrerfortbildung und evaluierte mit ihrem wissenschaftlichen Team nach wissenschaftlichen Standards. Ziel war es herauszufinden, ob und wie genossenschaftliche Organisationsstrukturen für Schülerfirmen pädagogisch sinnvoll nutzbar gemacht werden können.

Zusammenfassend dargestellt, ergab sich ein Bild von nachhaltigen Schülergenossenschaften als einer von Partizipation (Demokratie), Motivation, Spannung und Kooperation gekennzeichneten praktischen Sondersphäre innerhalb ihrer Schule. Sie befördern die Gelegenheit zu selbst gesteuertem Lernen und zu einer in Richtung Lern-Coach weiterentwickelten Rolle der LehrerInnen. Das Förderkonzept und die externen Unterstützungsangebote erwiesen sich dabei als notwendig und äußerst hilfreich.

Das Pilotprojekt endete im Sommer 2008 und wurde mit der UNESCO-Auszeichnung „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2008/09“ als offizielles Projekt der Weltdekade für nachhaltiges Lernen gewürdigt. Seither wird das Projekt in Niedersachsen ausgedehnt, und der Genossenschaftsverband Weser-Ems sowie die Agentur Bildung für Nachhaltigkeit in Niedersachsen sind als neue Partner hinzugekommen. Am Ende des Schuljahrs 2009/10 waren 35 Schülergenossenschaften integriert, Ende des Schuljahres 2011/12 sollen es 50 sein. Diese Phase wird von 2010 bis 2012 wiederum von geno@school wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Inzwisschen ist ein weiters Projekt zur Förderung Nachhaltiger Schülergenossenschaften in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angelaufen.